Bildschirmarbeit

Bildschirmarbeit: Wie Sie Ihre Augen schützen können

Das ständige Starren auf einen Punkt – den Monitor – hat zur Folge, dass sich das Auge kaum bewegt und auch viel zu wenig Lidschläge durchführt. Dadurch funktioniert der Tränenfilm nicht mehr. Man kann sich das bildlich so vorstellen, dass sich im unteren Teil des Auges ein Tränensee befindet. Bewegt sich das Auge zu wenig, taucht die Hornhaut nicht in diesen See ein und der Tränenfilm auf dem Auge wird zu dünn. Normalerweise benetzen acht bis zehn Lidschläge pro Minute die Hornhaut mit Tränenflüssigkeit. Beim konzentrierten Arbeiten vergisst der Körper gleichsam diesen natürlichen Impuls und das „Augenzwinkern“ findet nur ein- bis zweimal pro Minute statt. Der daraus resultierende zu dünne Tränenfilm führt zu einem Jucken, Brennen und Beißen des ausgetrockneten Auges. Damit können Beschwerden verbunden sein wie verschwommenes Sehen, rasches Ermüden, tanzende Buchstaben, Doppelbilder, Kopfschmerzen, Schmerzen in oder hinter den Augen, Schwindel, Übelkeit und Sehverschlechterung.

Bewegung und Pausen für die Augen

Um den Tränenfilm in den Augen auf natürliche Weise zu gewährleisten, muss man sie bewegen. Dafür bedarf es keiner ausgeklügelten Übungen. Man muss nur nach links, rechts, oben und unten schauen. Das Auge braucht Abwechslung. Also zwischendurch den Blick einfach in die Ferne schweifen lassen, etwa aus dem Fenster sehen. Dadurch befreit man das Auge aus der Starrheit. Die Augen brauchen aber nicht nur Abwechslung, sondern auch Pausen. Wer mehrere Stunden täglich vor dem Bildschirm sitzt, sollte sich öfters einige Minuten Entspannung gönnen – mindestens einmal pro Stunde. Einfach die Augen weg vom Bildschirm, „Augenrollen“ und sehr wichtig: ins „Unendliche“, also am Besten aus dem Fenster in die Ferne schauen.

Bei Problemen immer zuerst zum Augenarzt

Nicht immer ist der Bildschirm für Augenbeschwerden ursächlich. Oft treten Sehfehler erst durch die Beschwerden bei der Arbeit zu Tage. Augenbeschwerden sollten daher von einem Augenarzt abgeklärt werden.

Wann Tränenersatzmittel?

Rezeptfreie Augentropfen („Tränenersatzmittel“) können helfen, die Augen zu befeuchten. Das ist vor allem dann wichtig, wenn zu wenig Tränenflüssigkeit gebildet wird („trockenes Auge“). Man sollte das aber durch einen Augenarzt abklären lassen.

Wichtig ist auch, dass nicht geraucht wird, weil die Rauchpartikel die physiologische Tränenfilmbildung durch oxidativen Stress behindern.

Wann braucht man eine Brille oder Bildschirmbrille?

Wer normalsichtig und noch nicht „altersweitsichtig“ ist, also unter 40 Jahren, braucht meist gar keine Brille. Das sollte man aber bei einem Augenarzt überprüfen lassen, da es „versteckte“ Weitsichtigkeit gibt, die nur der Augenarzt über eine vorübergehende Weitstellung der Pupille ausmessen kann. Eine normale Fernbrille, aber auch eine Gleitsichtbrille ist in der Regel nicht für das permanente Arbeiten am Bildschirm ausgelegt, da man mit ihr auch in die Ferne sehen soll und nicht nur auf den nahen Bildschirm. Mit einer normalen Brille ermüdet das Auge bei stundenlanger Bildschirmarbeit. Einen Augenarzt sollte man sofort aufsuchen, wenn Beschwerden bei der Sehschärfe auftreten. Einen Ausweg können so genannte Bildschirmbrillen oder PC-Brillen bieten. Eine Bildschirmbrille ist eine für den konkreten Arbeitsplatz angepasste Brille, die für die Entfernung der Augen zum Bildschirm maßgeschneidert ist. Da mit zunehmendem Alter die Flexibilität des Auges abnimmt, kann eine solche Brille vor allem älteren Arbeitnehmern und solchen mit konkreten Beschwerden behilflich sein, am Bildschirm zu arbeiten, ohne die Augen zu ermüden. Bei bestehender Altersweitsichtigkeit kann gerade dann eine PC-Gleitsichtbrille, also eine „Gleitsichtbrille für die Nähe“, sehr hilfreich sein. In manchen Fällen übernimmt der Arbeitgeber die Kosten einer Bildschirmbrille. Immer ist eine Untersuchung beim Augenarzt sinnvoll, auch weil hier eine hochwertige, unabhängige Beratung stattfindet.

Arbeitsplatz optimieren

Um körperliche Fehlstellungen, Muskelverspannungen und Augenproblemen vorzubeugen, sollte der Arbeitsplatz optimiert werden. Vom Körperbau her ist der Mensch nach wie vor ein in die Ferne (nach Beute oder Feinde) spähendes Lebewesen. Das stundenlange Starren auf einen nahe stehenden Bildschirm ist also problematisch und sollte deshalb der natürlichen Körperhaltung möglichst angepasst werden (also nicht der PC-Arbeiter dem PC bzw. Monitor, sondern der PC-Arbeitsplatz dem PC-Arbeiter!). Der Bildschirm sollte in einer Höhe platziert sein, dass der Kopf eine gerade Stellung einnehmen kann, also vor allem nicht nach oben gerichtet wird. Der Bildschirm sollte nicht links oder rechts vor dem Betrachter platziert sein, sondern in gerade Linie vor einem stehen. Der Bildschirm sollte quer zum Fenster aufgestellt sein, aber nicht in dessen unmittelbarer Nähe. Keinesfalls sollte „gegen das Fenster“ gearbeitet werden, da dadurch eine permanente Blendung entsteht. Als Beleuchtung sollten Lichtquellen neben dem Bildschirm angeordnet werden. Alle diese Maßnahmen haben das Ziel, störende Reflexionen am Monitor durch Fenster oder Beleuchtungskörper zu verhindern. Wichtig ist natürlich auch die Auswahl der richtigen Schriftgröße. Sie sollte groß genug sein, um ein müheloses Lesen zu ermöglichen.

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